Naturfreunde in Afrika

Viele afrikanische Länder sind vom Klimawandel besonders stark betroffen, weil in ursprünglich trockenen Regionen – wie beispielsweise der Sahel-Zone – die lebensnotwendigen Niederschläge noch weiter abnehmen. Zugleich ist die Bevölkerung gerade in ärmeren Ländern häufig stark von der Landwirtschaft abhängig. Durch die Zunahme von Dürreperioden verliert die Landbevölkerung oft ihre Lebensgrundlage und wird gezwungen, in die Städte abzuwandern. Doch auch dort sind kaum Zukunftsperspektiven gegeben – was bleibt, ist häufig die Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa. So ist der Klimawandel heute ein treibender Faktor für die Migrationsbewegungen vom afrikanischen Kontinent in gemäßigtere Klimazonen.

Die Naturfreunde sind mittlerweile in 15 afrikanischen Ländern aktiv. Im Mittelpunkt ihrer Aktivitäten stehen konkrete Maßnahmen gegen die Folgen des Klimawandels, die gemeinsam mit der Bevölkerung umgesetzt werden. Ein Beispiel sind Obstbaumpflanzungen, die die Lebenssituation in den Dörfern gleich in mehrfacher Hinsicht verbessern: Das Obst kann von den Familien selbst genutzt werden; wird mehr produziert, als die Familie braucht, kann es verkauft werden. Da die Pflege der Bäume, das Ernten und der Verkauf des Obstes meistens von den Frauen übernommen werden, wird auch ihre Rolle in der dörflichen Gemeinschaft gestärkt. Und die Bäume selbst tragen dazu bei, dass wertvoller Boden erhalten bleibt und die Ausbreitung der Wüste gestoppt wird.

Weitere Beispiele für erfolgreiche, gemeinsam mit europäischen NaturfreundInnen umgesetzte Initiativen sind die Projekte „No Trees – No Life“ der Naturfreunde Gambia, wo durch die Beschaffung effektiver Holzkocher der Baumbestand geschont wird, oder das Projekt „Wasser und Biodiversität“ der Naturfreunde Togo, bei dem Jugendlichen die Bedeutung der flussbegleitenden Wälder vermittelt  wurde und Bäume entlang von Flussläufen gepflanzt wurden.